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Gehört Geschichte ins Parteiprogramm?

In den gegenwärtigen Schwerpunkten der Diskussion um ein neues Parteiprogramm ist das Thema Geschichte nicht vorgesehen. Angesichts der vielfältigen und akuten Probleme in der Gesellschaft ist das auch nicht verwunderlich. Dennoch sollte eine Verständigung zu den historischen und ideellen Wurzeln der Partei nicht ausgespart bleiben. Analysen und Bewertungen von Geschichte enthalten stets auch Antworten zur Gegenwart und Zukunft. Die Frage, wohin die Reise gehen soll, lässt sich nicht abkoppeln vom bisherigen Weg. Zudem ist das jeweilige Geschichtsbild Teil des eigenen Selbstverständnisses.

Die Historische Kommission hat sich in einer ausführlichen Diskussion über die Bedeutung des Bruchs mit dem „Stalinismus als System“ verständigt, die 1989 von der SED/PDS ausgesprochen worden war und auch im Erfurter Parteiprogramm verankert ist. Vorausgegangen war der Vortrag von Wladislaw Hedeler über den Stand der Forschung zu diesem Thema und die Einflüsse politischer Gemengelagen auf die Debatte.

Die Historische Kommission verabschiedete außerdem eine Erklärung zum 200. Geburtstag von Wilhelm Liebknecht (1826-1900). Sein politisches und publizistisches Wirken gegen Militarismus und Krieg gehört zu dem Erbe, dass in der Partei DIE LINKE aufzunehmen ist und Impulse für aktuelle Auseinandersetzungen gibt.

Jürgen Hofmann